HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass die Informationen auf dieser Seite nur für Stipendienangebote der Programmlinie 1 gelten. Informationen zu unseren anderen Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

 

Bevor Sie uns kontaktieren, lesen Sie sich bitte zunächst die allgemeinen Informationen und anschließend die speziellen Hinweise für Gastorganisationen bzw. Kunst- und Kulturschaffende gut durch. Bitte beachten Sie dabei insbesondere die Hinweise zur sicheren Kommunikation!

Allgemeine Informationen

Temporäre Schutzaufenthalte für gefährdete Kunst- und Kulturschaffende an Kultureinrichtungen bzw. kulturellen Orten in Deutschland (Programmlinie 1)

Mit einer Förderung der Martin Roth-Initiative in der Programmlinie 1 werden kulturelle Einrichtungen (Gastorganisationen) in Deutschland befähigt, gefährdete Kunst- und Kulturschaffende temporär aufzunehmen, ein Stipendium auszubezahlen und ihnen eine Fortführung ihrer Arbeit in einem sicheren Kontext zu ermöglichen.

Hinweis: Die MRI versteht sich nicht als Notfallprogramm und kann keine Sofortunterstützung gewähren oder Prozesse beschleunigen.

Stipendienförderungen in der Programmlinie 1 (Aufenthalt in Deutschland) haben eine Dauer von bis zu 12 Monaten. Nach jetzigem Kenntnisstand gehen wir von einer Förderung von 10 - 15 Schutzaufenthalten aus.

  • Ein monatliches Stipendium,
  • Nach Bedarf individuelle Unterstützungsleistungen für die Stipendiat:innen in angemessenem Umfang (z.B. notwendige Versicherungen, psychosoziale Unterstützung, Sprachkurse, Trainings, Vernetzungsmaßnahmen, etc.),
  • Ggf. eine finanzielle Unterstützung für zusätzlichen Personalaufwand der Gastorganisation in angemessenem Umfang (bitte beachten Sie, dass wir Stammpersonal und freie Mitarbeit, die nicht in direktem Zusammenhang zum beantragten Projekt stehen, nicht fördern können),
  • Begleitende Projektberatung durch die MRI (etwa zu Themen wie Sicherheit, sensible Öffentlichkeitsarbeit, psycho-soziale Betreuung) sowie Vernetzungsmaßnahmen und Erfahrungsaustausch mit anderen Gastorganisationen und Stipendiat:innen.

Bitte beachten Sie, dass mit dem Stipendien-Visum keine automatische Erlaubnis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder selbstständigen  / freiberuflichen Tätigkeit  verbunden ist.

Gastorganisationen können etablierte Kultureinrichtungen und Kollektive (bspw. Museen, Theater, Festivals, etc.) oder anderweitig relevante Organisationen sein, die Stipendiat:innen temporär aufnehmen, ihnen eine künstlerische/kulturelle Weiterarbeit ermöglichen und ein notwendiges Maß an begleitender Betreuung zur Verfügung stellen.

Kunst- und Kulturschaffende weltweit,

  • die sich mit ihrem künstlerischen und kulturellem Schaffen für eine offene Gesellschaft, Freiheit, Frieden und Demokratie einsetzen und aufgrund ihres Engagements oder aus anderen Gründen Beschränkungen ihrer Freiheit bzw. Bedrohungen durch staatliche und/oder nicht-staatliche Akteure erfahren 
  • die in ihren Heimatländern noch aktiv sind oder sich erst seit Kurzem außerhalb ihres Heimatlandes aufhalten
  • die keinen Zugang zu einem sicheren Aufenthaltsland (etwa aufgrund doppelter Staatsbürgerschaft, dauerhafte Aufenthaltserlaubnis, etc.) haben
  • die über Sprachkenntnisse verfügen, die eine Zusammenarbeit mit der Gastinstitution ermöglichen
  • die nachweislich künstlerisch/kulturell tätig sind und deren Tätigkeit erwiesenermaßen über eine gewisse künstlerisch-kulturelle bzw. gesellschaftliche Relevanz verfügt (reine Hobby-Künstler:innen bzw. eine rein private künstlerische Tätigkeit kommen nicht für eine Förderung in Frage)
  • Für Kunst- und Kulturschaffende aus Afghanistan verweisen wir auf die Ausschreibung  für afghanische Kulturakteur:innen.

Bitte beachten Sie, dass alle oben genannten Kriterien erfüllt sein müssen und die MRI in der Programmlinie 1 leider nicht beim Matching mit Gastorganisationen unterstützen kann.

Ausgenommen von einer Förderung sind EU-Bürger:innen.

  • Förderanträge müssen von Gastorganisationen gestellt werden.
  • Grundsätzlich besteht ein Antrag aus einem von der Gastorganisation vollständig ausgefüllten Antragsformular (inkl. Anlagen) sowie einem von dem:der Kunst-und Kulturschaffenden ausgefüllten Personal Statement.
  • Alle Formulare erhalten Sie nach Kontaktaufnahme und Erstberatung vom MRI-Team. Nach einer kurzen Erstprüfung hinsichtlich der Erfüllung der formalen Förderkriterien erhalten Sie einen Zugang zu unseren Antragsformularen sowie weiteren nützlichen Hinweisen für den Antragsprozess (FAQ).
  • Bei der Antragsstellung berät Sie das Team der MRI gerne. Zur Einreichung Ihres Antrags beachten Sie bitte unsere aktuellen Fristen und Termine
  • Nach der formalen Prüfung aller eingereichten Unterlagen findet eine finale Auswahl der eingegangenen Anträge durch ein unabhängiges Gremium, bestehend aus Mitgliedern der Kunst- und Kulturszene Deutschlands sowie Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Institutionen, statt.

Wichtiger Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Zuschusses durch die MRI ist nicht gegeben. Bitte beachten Sie, dass die Auswahl zunächst noch unter Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Projektmittel steht. Bedingt durch die mit Bundestagswahl im September 2021 eintretende vorläufige Haushaltsführung kann es unter Umständen zu nachträglichen Anpassungen kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Die Martin Roth-Initiative prüft die formale Förderfähigkeit von Projektanträgen. Ein unabhängiges Auswahlgremium entscheidet anschließend über Förderzu- bzw. absagen. Die Auswahl der Förderungen erfolgt anhand folgender Kriterien:

  • Es liegt eine Gefährdungslage des Kunst- und Kulturschaffenden vor
  • Profil der Kunst- und Kulturschaffenden (Inhalt, Qualität und gesellschaftliche Relevanz des bisherigen Schaffens)
  • Qualität des Antrags & Kapazitäten der Gastorganisation (u.a.: Sind die inhaltlichen Ziele und Maßnahmen bedarfsgerecht, sinnvoll, passend bzw. realistisch und schlüssig? Inwieweit wird die berufliche Entwicklung bzw. künstlerische Weiterarbeit der Künstler:innen/Kulturakteur:innen unterstützt?)
  • Künstlerische/arbeitsrelevante Passung zwischen Gastorganisation und Stipendiat:in, Betreuung und Integration (Eignung der Gastorganisation)
  • Potenzielle positive Rückwirkung auf die Herkunfts-/Gastgesellschaft durch das Projekt/durch die Förderung
  • Bei der Auswahl der Stipendiat:innen/Projekte werden Gender- und Diversity-Aspekte beachtet.

Achtung: Bitte beachten Sie, dass wir aus technischen Gründen die Ausschreibungsfristen kurzzeitig verlängert haben.

Ab sofort können Sie sich von der MRI beraten lassen. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit der MRI.

  • Bis inkl. 27.04.2022: Frist zur Einreichung eines Personal Statements durch die Künstler:innen/ Kulturakteur:innen.
  • Bis inkl. 05.05.2022: Frist zur digitalen Einreichung der finalen Fassung des Projektantrags durch die Gastorganisation. (Bitte beachten Sie, dass wir für Projektanträge und Personal Statements standardisierte Formulare bereitstellen)
  • Bis inkl. 12.05.2022: Frist zur Einreichung eines rechtsgültig unterschriebenen und gestempelten Antrags (analog/postalisch, nur von der Gastorganisation)
  • Juni 2022: Entscheidung durch das Auswahlgremium
  • Juni 2022: Mitteilung der Entscheidungen des Auswahlgremiums
  • Juli/August 2022: Vertragsunterzeichnung und Beginn der Visaverfahren (betrifft nur die bewilligten Projekte)
  • ab Mitte September 2022: frühester Starttermin der Schutz-/Schaffensaufenthalte (spätester Starttermin 15.11.2022)

Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf die  Gewährung eines Zuschusses durch die MRI ist nicht gegeben. Bitte beachten Sie, dass die Auswahl zunächst noch unter Vorbehalt der Verfügbarkeit  der veranschlagten Projektmittel für die Haushaltsjahre 2022/2023 steht. Bedingt durch die mit Bundestagswahl im September 2021 eintretende vorläufige Haushaltsführung kann es unter Umständen zu nachträglichen Anpassungen hinsichtlich der Fristen und Projektstarttermine kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Sofern eine ausreichende Nachfrage besteht, werden wir digitale Infoveranstaltungen für einen größeren Kreis anbieten und diese hier ankündigen.

FAQ für Gast-organisationen

Bitte beachten Sie die u.s. Informationen für Gastorganisationen.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Interesse haben, als Gastorganisation zu fungieren. Sie können dabei bereits eine bestimmte Person für die Förderung vorschlagen oder auch eine allgemeine Bereitschaft der Zusammenarbeit signalisieren. Bitte beachten Sie dabei stets unsere Hinweise zur sicheren Kommunikation. Wir beraten Sie gerne und eruieren gemeinsam, ob eine Förderung durch die MRI in Frage kommt. 

  • Die antragstellende Organisation muss eine Rechtsform (bspw. e.V., gGmbH, etc.) besitzen. Privatpersonen können keinen Antrag auf Förderung stellen.
  • Sie verfolgt mit dem Projekt keine wirtschaftlichen Interessen/Ziele.
  • Sie sollte Erfahrung im Umgang mit öffentlichen Förderungen haben bzw. die Bereitschaft aufweisen, sich entsprechende Kompetenzen zur Einhaltung zuwendungsrechtlicher Vorschriften anzueignen.
  • Sie ist in der Lage, eine:n gefährdete:n Kunst- und Kulturschaffenden in ihre Strukturen zu integrieren, die künstlerisch-kulturelle Weiterarbeit zu ermöglichen und ein notwendiges Maß an Betreuung zur Verfügung zu stellen.
  • Sie ist bereit, sich mit dem Thema Sicherheit auseinanderzusetzen und erforderliche Maßnahmen zu deren Wahrung zu ergreifen.
  • Sie sieht sich in der Lage, den Aufenthalt sowohl organisatorisch als auch administrativ umzusetzen sowie (ggf. mit Unterstützung der MRI) aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten zu klären.
  • Als Gastorganisation setzen Sie mithilfe einer MRI-Förderung einen Schutz- bzw. Schaffensaufenthalt inhaltlich-organisatorisch sowie administrativ um. Das heißt im Konkreten, dass die MRI Weiterleitungsverträge zur Projektförderung mit Gastorganisationen abschließt, die sich wiederum um die künstlerische und persönliche Integration der:des Stipendiatin:en kümmern. Eine Gastorganisation ist demnach verantwortlich für die Auszahlung eines monatlichen Stipendiums und unterstützt bei Fragen und Herausforderungen des Alltags.
  • MRI-Förderungen sind nicht nur Schutz-, sondern auch Schaffensaufenthalte. Idealerweise kann eine Gastorganisation mit ihren Strukturen und Netzwerken die kreative Weiterarbeit der Stipendiat:innen unterstützen und die berufliche Perspektiven auch für die Zeit nach der Förderung stärken.

FAQ für Kunst-schaffende

Bitte beachten Sie die unten stehenden Informationen für Kunst- und Kulturschaffende.

    • Sie können sich nur im Tandem mit einer kulturellen Gastorganisation aus Deutschland bewerben. Das heißt im Konkreten, dass eine Gastorganisation einen Antrag bei der MRI einreichen muss, um mit Ihnen ein Projekt (Schutz- bzw. Schaffensaufenthalt) umzusetzen. Sollte es zur Projektförderung kommen schließt die MRI Vertrag mit der Gastorganisation ab, die sich wiederum um Ihre künstlerische und persönliche Integration kümmert. Eine Gastorganisation ist demnach verantwortlich für die Auszahlung eines monatlichen Stipendiums und unterstützt bei Fragen und Herausforderungen des Alltags.
    • Vergewissern Sie sich im Vorfeld, ob die unter "Allgemeine Informationen" genannten Kriterien auf Sie zutreffen.
    • Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne unter Beachtung unserer Informationspflicht zur Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten und den Hinweisen zur sicheren Kommunikation. Bitte gehen Sie auch in der Kommunikation mit potenziellen Gastorganisationen sensibel vor.
    • Wenn es Ihre Sicherheitslage und der gewählte Kommunikationsweg erlaubt, schildern Sie bei der ersten Kontaktaufnahme so kurz und prägnant wie möglich, 
      1. wie Sie auf die MRI aufmerksam geworden sind,
      2. welche Staatsangehörigkeit(en) Sie haben und in welchem Land Sie sich zurzeit befinden,
      3. welcher künstlerischen/kulturellen Tätigkeit Sie nachgehen,
      4. welche Art der Unterstützung Sie suchen und ob bereits eine Gastorganisation zur Verfügung steht,
      5. warum Sie  Unterstützung benötigen.
    • Sind alle formalen Kriterien hinreichend erfüllt und eine Gastorganisation steht bereit, erhalten Sie von uns einen Zugang zu unserem Bewerbungsformular (Personal Statement).

    Nein, Direktstipendien können nicht vergeben werden.

    Aufgrund limitierter Kapazitäten kann die MRI leider nicht bei der Suche nach Gastorganisationen unterstützen.

    Bitte nutzen Sie bei der Suche möglichst Ihr Netzwerk bzw. kontaktieren Sie nach Möglichkeit Organisationen, die Sie kennen bzw. mit denen Sie ggf. schon einmal zusammengearbeitet haben. 

    Es können sich Personen aus allen Kunst- und Kultursparten für ein MRI-Stipendium bewerben, sofern alle o.g. Kriterien (s. allgemeine Informationen) erfüllt sind.

    Kontakt

    Bevor Sie uns eine konkrete Anfrage schicken, bitten wir Sie, vorab die o.g. Informationen und Kriterien gut durchzulesen sowie die folgenden Sicherheitshinweise zu beachten, um Risiken im Rahmen der digitalen Kommunikation zu verringern (hierbei handelt es sich um Empfehlungen zur Verbesserung des digitalen Schutzes, eine hundertprozentige Sicherheit kann nicht garantiert werden).

    Generell empfehlen wir Ihnen, verschlüsselte Kommunikationsdienste zu verwenden. Einen kostenlosen Anbieter, mit dem Sie uns erreichen können, haben wir Ihnen unten aufgelistet. Bevor Sie dies tun, prüfen Sie bitte, ob die Installation bzw. Nutzung des jeweiligen Dienstes in Ihrem Heimat- bzw. Aufenthaltsland zu Problemen (Verdacht, Strafverfolgung) führen könnte. Erkundigen Sie sich ggf. vor Ort und/oder recherchieren Sie (wenn möglich) im Internet, bspw. unter Privacy International.

    • Protonmail: Mit diesem E-Mail-Dienst ist es möglich, verschlüsselte Nachrichten zwischen Protonmail-Usern (end-to-end) zu versenden. Unter www.protonmail.com können Sie sich kostenlos einen Account anlegen und uns eine Nachricht an info [at] mri-application [dot] de (subject: Request) class="spamspan" senden. Achtung: Wenn Sie eine E-Mail von einem anderen Provider an diese Adresse senden, ist diese nicht verschlüsselt!

    ACHTUNG: Unverschlüsselte E-Mails oder Telefonate sind sicherheitstechnisch vergleichbar mit Postkarten. Wenn Sie die MRI dennoch auf diesem Wege kontaktieren möchten, achten Sie bitte darauf, dass Sie bei der Kontaktaufnahme keine sensiblen Daten (Namen von gefährdeten Personen, Informationen zur Gefährdungslage, etc.) offen nennen.

    • E-Mail: Bitte schicken Sie Ihre Anfragen für Afghanistan-Stipendien ausschließlich an die folgende Adresse: info [at] mri-application [dot] de (subject: Request) class="spamspan"

    Bitte nehmen Sie in unsere Informationen zum Datenschutz und zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gem. DS-GVO zur Kenntnis.

    Schloss