HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass die Informationen auf dieser Seite nur für zusätzliche Stipendienangebote für afghanische Kunstschaffende gelten. Informationen zu unseren regulären Antragsverfahren finden Sie hier.

 

Bevor Sie uns kontaktieren, lesen Sie sich bitte zunächst die allgemeinen Informationen und anschließend die speziellen Hinweise für Gastorganisationen bzw. Kunst- und Kulturschaffende gut durch. Bitte beachten Sie dabei insbesondere die Hinweise zur sicheren Kommunikation!

Allgemeine Informationen

Unterstützung für afghanische Kunstschaffende

Die Martin Roth-Initiative bietet ab sofort Unterstützungsmaßnahmen für afghanische Kunstschaffende an. Das Förderprogramm richtet sich an Schutzbedürftige, die seit der Machtübernahme der Taliban eine Aufnahmezusage nach § 22 S. 2 AufenthG erhalten haben. In Zusammenarbeit mit kulturellen Gastinstitutionen soll ihnen u.a. eine Einbindung in die künstlerischen und kulturellen Szenen Deutschlands sowie eine Fortführung ihrer kreativen Arbeit ermöglicht werden.

Seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August 2021 haben tausende Menschen ihr Heimatland Afghanistan verlassen. Besonders bedroht sind Kunstschaffende: Musik, Theater oder bildende Kunst sind unter den Taliban weitgehend verboten. Viele der besonders gefährdeten Künstler:innen haben deshalb eine Aufnahmezusage von der Bundesregierung erhalten. Die Martin Roth-Initiative von ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) und Goethe-Institut bieten für sie zunächst bis zu zwanzig Stipendien an, mit denen der Start in Deutschland erleichtert werden soll.

Die afghanischen Kunstschaffenden sollen einen Platz finden an kulturellen Gastorganisationen in Deutschland, um sich mit der Kulturszene zu vernetzen. Teil des Stipendiums ist auch eine Begleitung, die sich nach dem konkreten Bedarf richtet.

Mit einer Förderung der Martin Roth-Initiative werden kulturelle Einrichtungen (Gastorganisationen) in Deutschland befähigt, gefährdete Kunstschaffende aus Afghanistan temporär aufzunehmen, ein Stipendium auszubezahlen und ihnen eine Fortführung ihrer Arbeit in einem sicheren Kontext zu ermöglichen.

Vorläufig können bis zu 20 Stipendien bewilligt werden, weitere Förderungen sollen im Laufe des Jahres 2022 folgen. Die Stipendiendauer ist zunächst auf 6 Monate innerhalb des laufenden Haushaltsjahres 2022 begrenzt.

  • Ein monatliches Stipendium,
  • bedarfsgerechte individuelle Unterstützungsleistungen für die Stipendiat:innen in angemessenem Umfang (bspw. notwendige Versicherungen, psychosoziale Unterstützung, Vernetzungsmaßnahmen, etc.),
  • eine finanzielle Unterstützung für zusätzlichen Personalaufwand der Gastorganisation in angemessenem Umfang,
  • begleitende Projektberatung durch die MRI und Fortbildungen (etwa zu Themen wie Sicherheit, sensible Öffentlichkeitsarbeit, psycho-soziale Betreuung) sowie Vernetzungsmaßnahmen und Erfahrungsaustausch mit anderen Gastorganisationen und Stipendiat:innen.

Gastorganisationen können etablierte Kultureinrichtungen und Kollektive (bspw. Museen, Theater, Festivals, etc.) oder anderweitig relevante Organisationen sein, die Stipendiat:innen temporär aufnehmen, ihnen eine künstlerische/kulturelle Weiterarbeit ermöglichen und ein notwendiges Maß an begleitender Betreuung zur Verfügung stellen.

Die Unterstützung richtet sich an gefährdete afghanische Kunstschaffende und Kulturakteur:innen, die seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 eine Aufnahmezusage nach § 22 S. 2 AufenthG erhalten haben. Ihre künstlerische/kulturelle Tätigkeit muss erwiesenermaßen über eine gewisse künstlerisch-kulturelle bzw. gesellschaftliche Relevanz verfügen (reine Hobby-Künstler:innen bzw. private künstlerische Tätigkeiten kommen für eine Förderung nicht in Frage).

  • Förderanträge müssen von Gastorganisationen gestellt werden.
  • Grundsätzlich besteht ein Antrag aus einem von der Gastorganisation vollständig ausgefüllten Antragsformular (inkl. Anlagen) sowie einem von dem:der Kulturschaffenden ausgefüllten Personal Statement. Alle Formulare erhalten Sie nach Kontaktaufnahme und Erstberatung vom MRI-Team.
  • Die Anträge werden nach positiver Feststellung aller formalen Kriterien fortlaufend geprüft. Förderzusagen werden gemäß der Verfügbarkeit von Mitteln und Kapazitäten an Organisationen gegeben, deren Anträge qualitativ den Anforderungen genügen. Vorläufig können bis zu 20 Stipendien bewilligt werden, weitere Förderungen sollen im Laufe des Jahres 2022 folgen. Sobald alle verfügbaren Mittel vertraglich gebunden sind, kommuniziert die MRI auf dieser Seite einen vorläufigen Antragsannahmestopp.
  • Wichtiger Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Zuschusses durch die MRI ist nicht gegeben. Bitte beachten Sie, dass die Auswahl zunächst noch unter Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Projektmittel steht. Bedingt durch die mit Bundestagswahl im September 2021 eintretende vorläufige Haushaltsführung kann es unter Umständen zu nachträglichen Anpassungen kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

FAQ für Gast-organisationen

Bitte beachten Sie die u.s. Informationen für Gastorganisationen.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Interesse haben, als Gastorganisation zu fungieren. Sie können dabei bereits eine bestimmte Person für die Förderung vorschlagen oder auch eine allgemeine Bereitschaft der Zusammenarbeit signalisieren. Bitte beachten Sie dabei stets unsere Hinweise zur sicheren Kommunikation. Wir beraten Sie gerne und eruieren gemeinsam, ob eine Förderung durch die MRI in Frage kommt. 

  • Die antragstellende Organisation besitzt eine Rechtsform (bspw. e.V., gGmbH, GmbH, etc.). Privatpersonen können keinen Antrag auf Förderung stellen.
  • Sie verfolgt mit dem Projekt keine wirtschaftlichen Interessen/Ziele.
  • Sie sollte Erfahrung im Umgang mit öffentlichen Förderungen haben bzw. die Bereitschaft aufweisen, sich entsprechende Kompetenzen zur Einhaltung zuwendungsrechtlicher Vorschriften anzueignen.
  • Sie ist in der Lage, eine:n gefährdete:n Kunstschaffende:n in ihre Strukturen zu integrieren, die künstlerisch-kulturelle Weiterarbeit zu ermöglichen und ein notwendiges Maß an Betreuung zur Verfügung zu stellen.
  • Sie ist bereit, sich mit dem Thema Sicherheit auseinanderzusetzen und erforderliche Maßnahmen zu deren Wahrung zu ergreifen.
  • Sie sieht sich in der Lage, den Aufenthalt sowohl organisatorisch als auch administrativ umzusetzen sowie (ggf. mit Unterstützung der MRI) aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten zu klären.
  • Als Gastorganisation setzen Sie mithilfe einer MRI-Förderung einen Schutz- bzw. Schaffensaufenthalt inhaltlich-organisatorisch sowie administrativ um. Das heißt im Konkreten, dass die MRI Weiterleitungsverträge zur Projektförderung mit Gastorganisationen abschließt, die sich wiederum um die künstlerische und persönliche Integration der:des Stipendiatin:en kümmern. Eine Gastorganisation ist demnach verantwortlich für die Auszahlung eines monatlichen Stipendiums und unterstützt bei Fragen und Herausforderungen des Alltags.
  • MRI-Förderungen sind nicht nur Schutz-, sondern auch Schaffensaufenthalte. Idealerweise kann eine Gastorganisation mit ihren Strukturen und Netzwerken die kreative Weiterarbeit der Stipendiat:innen unterstützen und die berufliche Perspektiven auch für die Zeit nach der Förderung stärken.

Kontaktieren Sie uns unter Beachtung unserer Informationspflicht zur Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten und den Hinweisen zur sicheren Kommunikation, ggf. können wir bei einer Vermittlung unterstützen.

FAQ für Kunst-schaffende

Bitte beachten Sie die u.s. Informationen für afghanische Kunstschaffende.

Personen, die eine Aufnahmezusage nach § 22 S.2 AufenthG erhalten haben, wurden bzw. werden von den zuständigen bundesdeutschen Stellen kontaktiert. Die MRI hat keinen Einfluss auf die Vergabe von Aufnahmezusagen.

Nein, eine Aufnahmezusage nach § 22 S. 2 AufenthG ist eine Grundvoraussetzung für eine Förderung in diesem Sondermodul.

Nein, Direktstipendien können nicht vergeben werden. Sie können aber die Martin Roth-Initiative kontaktieren, ggf. können wir Sie bei der Suche nach einer Gastorganisation unterstützen.

  • Wenn es Ihre Sicherheitslage und der gewählte Kommunikationsweg erlaubt, schildern Sie bei der ersten Kontaktaufnahme so kurz und prägnant wie möglich, 
    • wie Sie auf die MRI aufmerksam geworden sind und ob Sie eine Aufnahmezusage für Deutschland haben,
    • welche Staatsangehörigkeit(en) Sie haben und in welchem Land Sie sich zurzeit befinden und seit wann,
    • welcher künstlerischen/kulturellen Tätigkeit Sie nachgehen,
    • welche Art der Unterstützung Sie suchen und ob bereits eine Gastorganisation zur Verfügung steht

Hinweis: Die MRI versteht sich nicht als Notfallprogramm und kann keine Sofortunterstützung gewähren oder Prozesse beschleunigen.

Kontakt

Bevor Sie uns eine konkrete Anfrage schicken, bitten wir Sie, vorab die o.g. Informationen und Kriterien gut durchzulesen sowie die folgenden Sicherheitshinweise zu beachten, um Risiken im Rahmen der digitalen Kommunikation zu verringern (hierbei handelt es sich um Empfehlungen zur Verbesserung des digitalen Schutzes, eine hundertprozentige Sicherheit kann nicht garantiert werden).

Generell empfehlen wir Ihnen, verschlüsselte Kommunikationsdienste zu verwenden. Einen kostenlosen Anbieter, mit dem Sie uns erreichen können, haben wir Ihnen unten aufgelistet. Bevor Sie dies tun, prüfen Sie bitte, ob die Installation bzw. Nutzung des jeweiligen Dienstes in Ihrem Heimat- bzw. Aufenthaltsland zu Problemen (Verdacht, Strafverfolgung) führen könnte. Erkundigen Sie sich ggf. vor Ort und/oder recherchieren Sie (wenn möglich) im Internet, bspw. unter Privacy International.

  • Protonmail: Mit diesem E-Mail-Dienst ist es möglich, verschlüsselte Nachrichten zwischen Protonmail-Usern (end-to-end) zu versenden. Unter www.protonmail.com können Sie sich kostenlos einen Account anlegen und uns eine Nachricht an afghanistan [at] mri-application [dot] de senden. Achtung: Wenn Sie eine E-Mail von einem anderen Provider an diese Adresse senden, ist diese nicht verschlüsselt!

ACHTUNG: Unverschlüsselte E-Mails oder Telefonate sind sicherheitstechnisch vergleichbar mit Postkarten. Wenn Sie die MRI dennoch auf diesem Wege kontaktieren möchten, achten Sie bitte darauf, dass Sie bei der Kontaktaufnahme keine sensiblen Daten (Namen von gefährdeten Personen, Informationen zur Gefährdungslage, etc.) offen nennen.

  • E-Mail: Bitte schicken Sie Ihre Anfragen für Afghanistan-Stipendien ausschließlich an die folgende Adresse: afghanistan [at] mri-application [dot] de

Bitte nehmen Sie in unsere Informationen zum Datenschutz und zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gem. DS-GVO zur Kenntnis.

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